Carolin Wachter, Silke Wellmeier und Nani Champy-Schott bei den 43. Keramiktagen Oldenburg

Am 1. und 2. August 2026 stellen bei den 43. Internationalen Keramiktagen Oldenburg rund 100 Keramiker*innen aus zehn Ländern auf dem Schlossplatz aus — darunter drei, deren Arbeiten Hyner zeigt: Carolin Wachter, Silke Wellmeier und Nani Champy-Schott.

Einmal im Jahr, am ersten Augustwochenende, gehört der Oldenburger Schlossplatz der Keramik. Zum 43. Mal finden dort 2026 die Internationalen Keramiktage statt, etwa 100 Keramiker*innen aus Deutschland und neun weiteren Ländern bauen am 1. und 2. August ihre Stände auf. Der Markt ist juriert; die Bewerbungsfrist endet im Januar, eine Jury entscheidet im Februar, wer im August dabei ist. Auf der diesjährigen Ausstellerliste stehen drei Namen, die man aus der Galerie kennt: Carolin Wachter, Silke Wellmeier und Nani Champy-Schott.

Carolin Wachter: mit handgedrehtem Porzellan zurück in Oldenburg

Für Carolin Wachter ist es eine Rückkehr. 2015 verlieh ihr die Jury der Keramiktage den Preis der NEUEn KERAMIK, im Jahr darauf zeigte das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung zu den Keramiktagen. Elf Jahre nach dem Preis kehrt sie nun auf den Schlossplatz zurück — mit dem, wofür ihre Werkstatt in Glindow bei Werder an der Havel steht: frei gedrehtem weißem Hartporzellan, über mehrere Brände zu einer durchscheinenden Dichte geführt und dort, wo die Oberfläche unglasiert bleibt, von Hand geschliffen.

Handgedrehte Gefäß aus Hartporzellan von Carolin Wachter

Handgedrehte Gefäße aus Hartporzellan von Carolin Wachter

Wie eines dieser Gefäße, „satisfied 2“, in diesem Frühjahr in die Keramiksammlung des Stadtmuseums Siegburg gelangt ist, erzählt das Magazin in einem eigenen Beitrag.

Neben den reinweißen Gefäßen sind Keramiken zu sehen, die Carolin Wachter für einen dritten Brand ins offene Feuer eines Holzofens stellt. Diese Einzelstücke mit ihrer einzigartigen Farbigkeit und zufällig entstandenen Oberflächen, die durch das Feuer und den Ascheanflug geformt werden, stellen einen besonderen Reiz für die Keramikerin dar.

Silke Wellmeier: ein Sommer quer durch Deutschland

Silke Wellmeier hat ihren Stand in diesem Sommer schon zweimal aufgebaut: im Juni beim Keramikmarkt im GRASSI Museum in Leipzig, im Juli auf dem Keramikmarkt in Siegburg. Oldenburg ist die dritte Station. Die Keramikerin aus Tecklenburg-Brochterbeck im Münsterland arbeitet mit Porzellan; für ihre Serie „grasscolors“ hat sie sich an den Farben einer Wiese orientiert. Wie diese Serie ins Keramikmuseum Staufen fand, beschreibt das Porträt im Magazin.

Porzellangefäße der Serie grasscolors von Silke Wellmeier

Porzellangefäße der Serie grasscolors von Silke Wellmeier

Nani Champy-Schott: Raku als Geisteshaltung

Nani Champy-Schott arbeitet in Plaisir, westlich von Paris, seit 1986 in der Werkstatt an der Seite von Claude Champy. Ausgebildet wurde sie an der Freien Kunstschule Nürtingen und an der Hochschule für Angewandte Kunst und Handwerk in Paris. Ihr Name fällt, wenn vom Raku die Rede ist. Die französische Revue de la céramique et du verre widmet der Technik in ihrer Frühjahrsausgabe (Nr. 267, März/April 2026) das Dossier „Éternel raku“ und nennt gleich zu Beginn Champy-Schott: Für sie sei Raku „un état d’esprit“, eine Geisteshaltung. Ende Mai, wenige Tage vor den offenen Ateliertagen, empfingen Champy-Schott und Claude Champy die Vereinigung der Céramophiles in Plaisir.

Was beim Raku-Brand geschieht — der Griff mit der langen Zange in den rund 1000 Grad heißen Ofen, das Einbetten der glühenden Stücke in Laub und Stroh, das Krakelee, das beim Abkühlen entsteht — beschreibt der Technik-Artikel im Magazin; bebildert ist er mit Arbeiten von Champy-Schott.

Raku-Gefäß von Nani Champy-Schott mit Krakelee-Glasur

Raku-Gefäß von Nani Champy-Schott mit Krakelee-Glasur

Die Keramiktage besuchen

Der Markt auf dem Schlossplatz ist am Samstag, 1. August, von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag, 2. August, von 11 bis 18 Uhr. Wer vorab sehen möchte, wer 2026 ausstellt, findet die offizielle Ausstellerliste auf der Website der Keramiktage.

Und wer an diesem Wochenende nicht in Oldenburg ist: Arbeiten von Carolin Wachter, Silke Wellmeier und Nani Champy-Schott sind bei Hyner in Berlin-Mitte zu sehen.

Jana Hyner

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Carolin Wachter: Porzellanankauf des Stadtmuseums Siegburg